Wirtschaftsminister Daniel Keller besucht ArcelorMittal Eisenhüttenstadt
von Hubert Hunscheidt

Im Fokus des Besuchs standen die hohen Energiekosten, der notwendige Außenhandelsschutz und die Unterstützung der Brandenburger Landesregierung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern.
ArcelorMittal Eisenhüttenstadt ist ein zentraler Bestandteil der deutschen und europäischen Stahlindustrie. Doch die aktuellen Rahmenbedingungen, insbesondere die enormen Energiekosten und die ungleiche Wettbewerbssituation am Weltmarkt, stellen große Herausforderungen dar.
„Wir stehen vor erheblichen Aufgaben, um unseren Standort zukunftsfähig aufzustellen. Die hohen Energiekosten und der unzureichende Schutz vor unfairen Handelspraktiken setzen uns massiv unter Druck. Wir brauchen entschlossene Unterstützung von der Politik, um den Industriestandort Eisenhüttenstadt langfristig zu sichern“, betonte Thomas Bünger, Deutschlandchef von ArcelorMittal sowie CEO der Flachstahlwerke in Eisenhüttenstadt und Bremen.
Wirtschaftsminister Daniel Keller sicherte in diesem Zusammenhang die Unterstützung des Landes Brandenburg zu: „Die Stahlindustrie ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Wirtschaft und unserer Wertschöpfungsketten. ArcelorMittal Eisenhüttenstadt hat eine Zukunft, und wir werden alles dafür tun, um diese zu sichern.“ Er werde sich auf Landes- und Bundesebene für wettbewerbsfähige Energiekosten und faire Handelsbedingungen entsetzen. Auf Bundesebene brauche es ein industriepolitisches „100-Tage-Sofortprogramm“, betonte Keller: „Die Stromsteuer muss auf ein europäisches Mindestmaß begrenzt werden. Ein zeitlich begrenzter Industriestrompreis ist unumgänglich. Und die Übertragungsnetzentgelte müssten vom Bund durch einen Zuschuss oder eine Deckelung begrenzt werden.“
Ein wichtiger Punkt der Gespräche war auch die Transformation der Stahlindustrie hin zu klimafreundlicher Produktion. Die Umstellung auf dekarbonisierte Produktion ist ein entscheidender Schritt, der jedoch langfristige Planungssicherheit, finanzielle Unterstützung und entsprechende politische Rahmenbedingungen benötigt. Hierbei wurde die Bedeutung einer verlässlichen Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen hervorgehoben. Damit einher muss gleichzeitig eine soziale Transformation gehen, bei der eine nachhaltige Strategie zur Sicherung von Arbeitsplätzen, die Qualifizierung der Beschäftigten und Mitbestimmung im Vordergrund stehen.
ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und das Land Brandenburg wollen gemeinsam auf eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Zukunft für die Stahlproduktion setzen – als Garant für Industriearbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität in der Region.
Bildtext: Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (rechts) besuchte den Standort in Eisenhüttenstadt und führte Gespräche mit Geschäftsführer Thomas Bünger.
Quelle und Foto: ArcelorMittal Germany Holding GmbH