Thyssenkrupp: Start ins neue Geschäftsjahr – Stahlbereich vor intensiver Neuausrichtung
von Hubert Hunscheidt

Thyssenkrupp hat das erste Quartal des Geschäftsjahres 2024/2025 trotz eines schwierigen Marktumfelds mit einer stabilen Performance abgeschlossen. Während der Auftragseingang mit 12,5 Mrd. € um über 50 % gesteigert wurde – insbesondere durch Großaufträge im Marine-Segment – lag der Konzernumsatz mit 7,8 Mrd. € leicht unter dem Vorjahreswert. Das bereinigte EBIT konnte jedoch deutlich auf 191 Mio. € verbessert werden, gestützt durch Effizienzmaßnahmen wie das Performanceprogramm APEX 2.0.
Der Free Cashflow vor M&A verbesserte sich signifikant auf -21 Mio. € (Vorjahr: -531 Mio. €), maßgeblich unterstützt durch Anzahlungen für Großprojekte im Marine-Bereich. Dies veranlasste thyssenkrupp, die Jahresprognose für den Free Cashflow anzuheben und nun einen positiven Wert von bis zu 300 Mio. € zu erwarten. Der Konzern sieht sich weiterhin mit konjunkturellen Herausforderungen konfrontiert, vornehmlich in den Segmenten Steel Europe und Automotive Technology, die von rückläufiger Nachfrage betroffen sind.
Stahl-Segment im Fokus
Steel Europe steht vor einer strategischen Neuausrichtung. Der Vorstand plant die eigenständige Aufstellung des Stahlgeschäfts als wettbewerbsfähiges Unternehmen und führt Gespräche über ein 50/50-Joint-Venture mit der EP Group. Die Investitionen in Dekarbonisierungstechnologien, insbesondere die Errichtung einer Direktreduktionsanlage, werden weiter vorangetrieben. Gleichzeitig wurde das indische Elektrobandgeschäft erfolgreich verkauft, um die Kapitalausstattung des Stahlsegments zu stärken.
Ausblick
Thyssenkrupp erwartet für das Gesamtjahr 2024/2025 weiterhin ein herausforderndes Marktumfeld. Aufgrund von Nachfragekorrekturen wird indessen mit einem Umsatzrückgang von bis zu 3 % gerechnet, während das bereinigte EBIT unverändert zwischen 600 Mio. € und 1 Mrd. € prognostiziert wird. Der Konzern geht zudem von einer Rückkehr in die Gewinnzone mit einem Jahresüberschuss zwischen 100 Mio. € und 500 Mio. € aus. Hauptsächlich wird das Stahlgeschäft in den kommenden Monaten im Fokus der Transformation stehen, während Marine Systems von einer anhaltend hohen Nachfrage profitiert.
Quelle: Thyssenkrupp AG / Foto: marketSTEEL