Sauberer Wasserstoff aus Stahlgasen: US-Unternehmen revolutioniert Produktion
von Hubert Hunscheidt

Das texanische Unternehmen Utility Global hat eine innovative Methode zur Herstellung von Wasserstoff aus Stahlgasen entwickelt. Das sogenannte H2Gen-System kommt ohne externe Stromzufuhr aus und nutzt industrielle Abgase zur Wasserstoffproduktion. Laut Unternehmensangaben ist es weltweit erstmals gelungen, Wasserstoff direkt aus Hochofengasen zu erzeugen.
Die Technologie könnte eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung der Stahlindustrie spielen, da sie eine kosteneffiziente Alternative zur herkömmlichen Wasserstoffproduktion bietet. Herausforderungen wie hohe Produktionskosten und die begrenzte Verfügbarkeit erneuerbarer Energien werden damit umgangen.
„Unser erfolgreicher Einsatz von H2Gen in einem großen nordamerikanischen Stahlwerk beweist, dass unsere Lösung wirtschaftlich, skalierbar und einfach in bestehende Anlagen integrierbar ist“, erklärt Utility-CEO Parker Meeks. Seiner Meinung nach ist H2Gen die einzige marktreife Technologie, um sauberem Wasserstoff in schwer zu dekarbonisierenden Industrien wirtschaftlich zu produzieren.
Die ersten Pilotversuche mit H2Gen begannen 2022 in Houston und zeigten vielversprechende Ergebnisse: Das System erreichte eine Betriebszeit von 99,7 % und lieferte Wasserstoff mit einer Reinheit von 99 %. Bei einer Demonstration im kommerziellen Maßstab in einem Stahlwerk lief die Anlage über 3.000 Stunden.
Utility Global kombiniert elektrochemische und chemische Prozesse auf Basis eines Festoxidsystems. Zwei Gasströme werden durch einen undurchlässigen Elektrolyten getrennt, wobei Sauerstoffionen und Elektronen ausgetauscht werden. Dabei fließen Elektronen von der Anode zur Kathode und setzen dort Wasserstoff frei.
„Im Gegensatz zu Elektrolyseuren oder Brennstoffzellen benötigt unser System keine externe Stromzufuhr“, betont das Unternehmen. Die Technologie punktet zudem mit Skalierbarkeit, kompakter Bauweise und der Möglichkeit, bestehende Infrastrukturen zu nutzen – alles Faktoren, die die Kosten weiter senken.
Quelle und Foto: UTILITY, Inc