Salzgitter AG setzt verstärkt auf Verteidigungssektor

von Hubert Hunscheidt

Die Salzgitter AG intensiviert ihr Engagement im Verteidigungssektor und erweitert ihr Portfolio gezielt um Sicherheitsstähle und Spezialgüten. Vorstandschef Gunnar Groebler betonte auf der Jahresabschlusskonferenz, dass das Unternehmen neben erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft, auch großes Potenzial im Verteidigungsbereich sieht.

Um die neuen Aktivitäten zu koordinieren, hat Salzgitter die Marke „Sichere“ Stähle etabliert und eine eigene Task Force für den Verteidigungssektor ins Leben gerufen. Die gestiegene geopolitische Unsicherheit führt laut Unternehmenspräsentation zu einer erhöhten Nachfrage nach hochfesten und sicherheitsrelevanten Stählen. „Wir verfügen über ein breites Portfolio an Sicherheitsstählen und sind in engem Austausch mit potenziellen Abnehmern“, so Groebler. Besonders betroffen sind die Geschäftsbereiche Processing sowie die Blechvertriebstochter Universal.

Gleichzeitig fordert Salzgitter von der Europäischen Union ein entschiedeneres Vorgehen gegen steigende Brammenimporte aus Russland. Groebler kritisierte, dass diese Einfuhren in der EU zu Blech verarbeitet und in direkter Konkurrenz zu den eigenen Produkten stehen. „Es kann nicht sein, dass wir Russlands Kriegswirtschaft indirekt unterstützen“, betonte er.

Im Stahlmarkt beobachtet Salzgitter seit Herbst 2023 eine Stabilisierung der Blechpreise, nachdem diese zuvor längere Zeit rückläufig waren. Für 2024 sieht das Unternehmen in einigen Bereichen sogar eine positive Preisentwicklung.

Quelle: Salzgitter AG / Foto: marketSTEEL

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