Positiver Schritt nach vorn für den europäischen Stahlsektor
von Hubert Hunscheidt

Das gestrige Treffen, an dem wichtige Vertreter aus der gesamten Stahlwertschöpfungskette, einschließlich EUROFER und seiner Mitglieder, teilnahmen, bietet eine dringend benötigte Grundlage für die Entwicklung branchenspezifischer Lösungen für den Stahlaktionsplan, der voraussichtlich noch im März veröffentlicht wird.
"Die europäische Stahlindustrie steht vor einzigartigen, existenziellen Herausforderungen, die dringend angegangen werden müssen", sagte Axel Eggert, Generaldirektor des Europäischen Stahlverbandes (EUROFER). "Wir sind dankbar, dass die Kommission – auf höchster Ebene – diese Herausforderungen nicht nur anerkennt, sondern mit unserer Industrie zusammenarbeiten will, um die richtigen Lösungen zu finden. Wir freuen uns darauf, dass sich diese Lösungen in Vorschlägen und Rechtsvorschriften widerspiegeln, beginnend mit dem bevorstehenden Stahlaktionsplan und der Überarbeitung der EU-Stahlschutzmaßnahmen bis zum 1. April", fügte er hinzu.
EUROFER hat sich stets für sofortige und entschlossene Maßnahmen in vier vorrangigen Bereichen eingesetzt:
- Handel: Verschärfung der derzeitigen Schutzmaßnahmen, um sie an die heutige Marktrealität anzupassen. Entwicklung eines robusteren und umfassenderen Zolltarifsystems, um die Ausstrahlungseffekte der weltweiten Stahlüberkapazitäten vor dem Auslaufen der Schutzmaßnahmen im Juni 2026 zu stoppen, und Gewährleistung einer durchsetzungsfähigen und wirksamen Durchsetzung der handelspolitischen Schutzinstrumente der EU.
- CBAM: Gewährleistung eines wasserdichten CO2-Grenzausgleichsmechanismus, der Umgehung, Ressourcenverschiebung und CO2-Verlagerung verhindert und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Stahlexporte bewahrt und die Verlagerung von Wertschöpfungsketten in der Fertigung außerhalb der EU verhindert.
- Energie: Bereitstellung erschwinglicher sauberer Energie, indem die Vorteile von erneuerbarem und kohlenstoffarmem Strom an die Verbraucher weitergegeben und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gesichert werden.
- Eisenschrott: Diese wertvolle, aber knappe Ressource in Europa erhalten, um die Ziele der Kreislaufwirtschaft, die Dekarbonisierung der Industrie, die strategische Autonomie und die Energiesicherheit zu unterstützen.
"In ganz Europa gehen Arbeitsplätze und Stahlkapazitäten verloren, und Investitionen in die Dekarbonisierung werden pausiert, während sich US-Zölle abzeichnen. Die Zeit der halben Sachen ist vorbei. Aufbauend auf der positiven Dynamik des heutigen Strategischen Dialogs fordern wir die politischen Entscheidungsträger der EU auf, sich für den europäischen Stahl einzusetzen. Sie müssen sich der historischen Herausforderung stellen, einen strategischen Sektor für die Zukunft Europas und eine wichtige Säule des europäischen Projekts zu erhalten“, so Eggert abschließend.
Quelle: Eurofer / Foto: marketSTEEL