Partnerschaft für hochwertige Stahllösungen in der Energiewende
von Hubert Hunscheidt

Der Energiemarkt steht vor einer Revolution, und Siemens Energy spielt mit seinen Turbinen und Generatoren eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung. Der steigende Energiebedarf in Asien und dem globalen Süden sowie der wachsende Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) treiben den Wandel voran. Die Industrie setzt auf Wasserstofftechnologien, die Windkraftkapazitäten boomen, und Kondensatoren sind gefragt, um die Netzstabilität in Zeiten erneuerbarer Energien zu gewährleisten.
Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, kooperiert Siemens Energy mit ArcelorMittal. Gemeinsam liefern sie hochwertige Elektrobleche für zentrale Komponenten wie lamellierte Statoren, die das Herzstück jedes Generators bilden. „Versorgungssicherheit und gleichbleibende Qualität sind für uns entscheidend, da unsere Stanz- und Laminierwerke unter Volllast arbeiten“, betont Andreas Konschak, General Manager am Siemens-Energy-Standort Erfurt. „Wir können uns keine Lieferengpässe leisten. ArcelorMittal bringt die nötige Produktionskapazität und technische Expertise mit, um unsere Anforderungen zu erfüllen.“
Für den Energiemarkt stellt ArcelorMittal seine „Industry“-Stahlpalette bereit. Diese umfasst eine breite Auswahl an vollverarbeiteten und nicht kornorientierten Elektroblechen (NOES). Letztere zeichnen sich durch isotrope magnetische Eigenschaften aus, die für die Effizienz rotierender Motoren und Generatoren entscheidend sind.
„Unsere Anforderungen an Stahl sind exzellente magnetische Permeabilität, hohe Wärmeleitfähigkeit, gute Stanzbarkeit sowie minimale Energieverluste – kombiniert mit einer breiten Auswahl an Beschichtungen“, erklärt Konschak. „ArcelorMittal kann sämtliche benötigten Qualitäten liefern, und wir wissen, dass ihr F&E-Team kontinuierlich an noch effizienteren Lösungen arbeitet.“
Cristina de Lucas, CMO Electrical Steel und Automotive Sales Director bei ArcelorMittal Europe – Flat Products, ergänzt: „Nicht kornorientierte Stähle werden eine Schlüsselrolle im ‚Green Deal‘ und der Energiewende spielen. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden entwickeln wir intelligente Lösungen. Besonders die exakte Dicke und Laminierung der Statoren hat einen erheblichen Einfluss auf die Leistung eines Generators – und wir wissen, welchen Qualitätsstandard Kunden wie Siemens Energy erwarten.“
Siemens Energy auf dem Weg zur Klimaneutralität
Siemens Energy steht nicht nur im Zentrum der Dekarbonisierung, sondern verfolgt auch eigene ehrgeizige Klimaziele. Bis 2030 will das Unternehmen klimaneutral in den Bereichen Scope 1 und 2 sein und seine Scope-3-Emissionen im Vergleich zu 2019 um 28 % senken. Am Standort Erfurt wird bereits an der Dekarbonisierung der Laminierbeschichtungslinie gearbeitet – mit dem Umstieg von Gas auf Grünstrom, der Installation von Photovoltaikanlagen und einer umfassenden Gebäudedämmung.
„Unser Produktportfolio entwickelt sich zunehmend in Richtung erneuerbare Energien“, so Konschak. „Neben der Reduzierung unserer eigenen Emissionen setzen wir uns das ambitionierte Ziel, unsere vorgelagerten Lieferketten-Emissionen um 30 % zu senken. Dazu arbeiten wir eng mit unseren 100 wichtigsten Lieferanten zusammen – und es ist erfreulich, dass auch ArcelorMittal sich der Dekarbonisierung verschrieben hat und sein Portfolio an CO₂-reduziertem Stahl stetig ausbaut. Dies entspricht genau den Erwartungen unserer Endkunden.“
Siemens Energy setzt verstärkt auf wasserstofffähige Gasturbinen. Grüner Wasserstoff wird eine Schlüsselrolle spielen, um die Schwankungen der erneuerbaren Energieerzeugung auszugleichen. Eine H₂-Readiness bedeutet, dass ein Kraftwerk so konzipiert ist, dass es leicht auf Wasserstoff umgestellt werden kann, sobald dieser in ausreichenden Mengen verfügbar ist. Ein wegweisendes Beispiel hierfür ist das Heizkraftwerk Leipzig Süd, das gemeinsam mit Siemens Energy entsteht und von Beginn an 100 % wasserstofffähig ist.
Langjährige Partnerschaft und Expansion
Seit dem Jahr 2000 arbeitet Siemens Energy eng mit ArcelorMittal zusammen. Die wachsende Expertise im Bereich Elektrobleche, der florierende Energiemarkt und die Energiewende bieten eine solide Grundlage für den Ausbau dieser Partnerschaft. Mit der neuen Produktionskapazität von 300.000 Tonnen Elektroblech pro Jahr am französischen Standort Mardyck stellt ArcelorMittal die Versorgungssicherheit sicher und unterstützt Siemens Energy in seinem kontinuierlichen Wachstum aus Erfurt heraus.
Quelle und Foto: ArcelorMittal Europe