Gasspeicherumlage: Risiko für Deutschlands Industrie

von Hubert Hunscheidt

Die stetig steigende Gasspeicherumlage entwickelt sich zur Belastungsprobe für Deutschlands energieintensive Industrie. Besonders betroffen sind Branchen wie Chemie, Papier, Glas, Keramik, Stahl und Metallverarbeitung. Während die Umlage bei ihrer Einführung 2022 noch 0,59 Euro pro Megawattstunde betrug, steigt sie bis Januar 2025 auf 2,99 Euro – ein Anstieg um das Fünffache.

Diese Zusatzkosten treffen Unternehmen, die ohnehin mit hohen Energiepreisen kämpfen. Produktionskürzungen und Standortschließungen häufen sich, vor allem im Mittelstand, der kaum auf internationale Alternativen ausweichen kann. Große Konzerne haben zwar begrenzte Optimierungsmöglichkeiten, doch für viele Betriebe ist die Lage existenzbedrohend.

Hinzu kommt ein Wettbewerbsnachteil im internationalen Markt: In anderen EU-Staaten gibt es eine solche Umlage nicht, sodass deutsche Unternehmen höhere Produktionskosten schultern müssen. Das Risiko einer schleichenden Deindustrialisierung wächst – Investitionen drohen ins Ausland abzuwandern.

Ab 2025 soll die Umlage nur noch auf SLP- und RLM-Mengen erhoben werden, was die Kostenverteilung weiter verändert. Eine Verlagerung der Last auf weniger Verbraucher könnte den Druck auf energieintensive Unternehmen zusätzlich erhöhen.

Quelle: Blackout News GmbH / Foto: fw-fotografie Pixelio.de

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