EU senkt Importquoten und führt neue Obergrenzen ein

von Hubert Hunscheidt

Die Europäische Kommission hat die Ergebnisse ihrer Überprüfung der Schutzmaßnahmen für den Import bestimmter Stahlprodukte veröffentlicht. Die Untersuchung wurde am 17. Dezember 2024 eingeleitet und führte zu verschiedenen Anpassungen der bestehenden Regelungen.

Eine wesentliche Änderung betrifft die Senkung der zollfreien Importquoten. Die Kommission reduzierte die Liberalisierungsrate von bisher einem Prozent auf nur noch 0,1 Prozent, um die Wirksamkeit der Maßnahme zu gewährleisten. Die Schutzmaßnahmen der EU bleiben weiterhin bis zum 30. Juni 2026 in Kraft.

Zusätzlich zu den gesenkten Quotenvolumina wurden neue Obergrenzen für bestimmte Produktkategorien eingeführt. So wurde die Höchstgrenze für die Kategorie „andere Länder“ bei warmgewalzten Blechen und Bändern aus nicht legiertem und anderen legierten Stählen (1A) von 15 Prozent auf 13 Prozent gesenkt. Für kaltgewalzte Bleche und Bänder gilt nun eine Obergrenze von 13 Prozent, während für Walzdraht aus nicht legiertem und anderen legierten Stählen sowie für Winkel, Profile und Formstücke aus Eisen oder unlegiertem Stahl eine Grenze von 15 Prozent festgelegt wurde. Metallbeschichtete Bleche (4B), Weißblech, Grobbleche aus nicht legiertem und anderen legierten Stählen sowie Betonstahl unterliegen einer Obergrenze von 20 Prozent. Für metallbeschichtete Bleche (4A), organisch beschichtete Bleche, Edelstahlstäbe und leichte Profile beträgt die neue Grenze 25 Prozent. Elektrische Bleche (3B), Gasrohre, Hohlprofile, großformatige geschweißte Rohre (25B) sowie andere geschweißte Rohre sind nun mit einer Obergrenze von 30 Prozent belegt.

Darüber hinaus hat die Kommission beschlossen, die Möglichkeit der Übertragung ungenutzter Quoten auf das nächste Quartal für bestimmte Produktkategorien zu streichen. Dies betrifft insbesondere warm- und kaltgewalzte Bleche und Bänder, metall- und organisch beschichtete Bleche, Weißblech, Grobbleche, Edelstahlstäbe und leichte Profile, Walzdraht, Winkel, Profile und Formstücke, Spundbohlen, Gasrohre, Hohlprofile sowie verschiedene Arten von nahtlosen und geschweißten Rohren. Diese Maßnahme soll die Stabilität des Marktes gewährleisten und Importdruck in bestimmten Segmenten entgegenwirken.

Quelle: Eurometal / Foto: Fotolia

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