Deutschland, Wasserstoffland – Wirtschaftsallianz fordert klare Rahmenbedingungen für klimaneutrale Energie

von Angelika Albrecht

Deutschland steht an einem entscheidenden Punkt: Nur mit Wasserstoff ist eine klima­neutrale Industrie möglich. Die neue Wirtschaftsallianz Hydrogen Germany, ein Zu­sam­­menschluss führender Unternehmen entlang der Wasserstoff-Wertschöpfung­skette, fordert von der Bundesregierung schnelle Maßnahmen zur Unterstützung des Markt­hochlaufs. Denn nur mit klaren politischen Rahmenbedingungen, zügigen Ge­nehm­­igungen und verlässlichen Finanzierungsmodellen kann Deutschland zum Was­serstoffland werden.

„Deutschland, Wasserstoffland“ – unter diesem Motto hat sich die neugegründete Wirt­schafts­allianz Hydrogen Germany auf der diesjährigen Hannover Messe vorgestellt. Ihr Ziel ist es, Deutschland als Wasserstoffland zu etablie­r­en und damit Industriearbeitsplätze, Energieversorgungssicherheit und technologische Führungs­positionen zu sichern. „Gemeinsam machen wir Deutschland zum Wasserstoffland – weil Wasserstoff der Schlüssel für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft, eine erfolgreiche Trans­formation und eine sichere Energieversorgung ist”, betonten die Vertreter von Hydrogen Germany im Rahmen der gemeinsamen Pressekonferenz.

Doch der Erfolg der Wasserstoffwirtschaft hängt maßgeblich auch von politischen Weich­en­stel­lungen ab – und genau hier sieht die Allianz dringenden Handlungsbedarf.

Klare Forderungen an die neue Bundesregierung

„Die Transformation zur Klimaneutralität und die Sicherung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit müssen zusammen gedacht werden. Wasserstoff ist dabei kein optionaler Baustein – er ist eine Notwendigkeit. Damit der Wasserstoffhochlauf gelingen kann, benötigen wir klare Rahmenbedingungen“, betont Susanne Thöle, Director Hydrogen bei Uniper.

Die Wirtschaftsallianz Hydrogen Germany richtet daher einen klaren Appell an die Bundes­regierung: Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft muss auch von politischer Seite aktiv unterstützt werden!

„Wir müssen uns mehr Pragmatismus statt Perfektionismus zutrauen: Der Wasserstoff­hoch­lauf in Deutschland und Europa steht und fällt mit der Regulierung. Wir müssen schneller und einfacher in die Umsetzung kommen – gemeinsam mit der neuen Bundes­regierung und der Euro­päischen Kommission“, fordert Dr. Hans Dieter Hermes, EVP Hydrogen & Clean Energies von SEFE. „Dabei gilt es, bei fehlgeleiteter Regulierung nachzusteuern und sie prag­matisch anzupassen, insbesondere bei den Anforderungen für erneuerbaren und kohl­en­stoffarmen Was­ser­stoff. Der Markt braucht Raum zum Wachsen, sonst verlieren wir im glo­balen Wettbewerb an Boden. Eine zu komplexe Regulierung darf nicht dazu führen, dass Investitionen, Importe und somit die Transformation ausbleiben – das können wir uns in der aktuellen geo- und klimapolitischen Lage nicht leisten."

Dr. Thomas Hüwener, Sprecher der Geschäftsführung von OGE, ergänzt: „Der Hochlauf der Wasserstoff­wirtschaft steht erst am Anfang, aber er nimmt Fahrt auf. Mit dem Wasserstoff-Kernnetz schaffen wir die zentrale Infrastruktur, die Produzenten, Speicher und Verbraucher verbindet – von der Nordsee bis ins Ruhrgebiet und darüber hinaus. Mit unseren Leitungen sollen in den kommenden Jahren weitere Wasserstoff-Projekte länderübergreifend mit­ein­ander verbunden werden, um neue Importkorridore zu erschließen und das Wasserstoff-Kernnetz zu füllen. Unser Ziel ist klar: eine sichere, skalierbare und klimafreundliche Wasser­stoffversorgung für Deutschland und Europa. Die Bagger sind gestartet – wir legen los!”

„Deutschland hat die Ingenieurs­kunst, die industrielle Stärke und das politische Momentum, um den Wasser­stoff­hoch­lauf jetzt entschlossen voranzutreiben“, fasst Dr. Hans Dieter Hermes ab­schließend zu­sammen. „Doch dafür brauchen wir klare gesetzliche Rahm­en­be­ding­ungen, um Investitionen abzusichern und Skaleneffekte zu ermöglichen.“

Wasserstoff als Schlüssel für eine resiliente Industrie

Ob Chemie, Glas oder Mobilität – zahlreiche industrielle Prozesse sind auf Moleküle an­ge­wies­en. Wasserstoff ermöglicht die Dekarbonisierung dieser Branchen und stärkt die Wett­be­werbs­fähigkeit des Industriestandorts Deutschland. Bereits heute setzen Unternehmen auf in­novative Wasserstoff-Technologien und bereiten ihre Produktionsprozesse auf eine was­ser­stoff­basierte Zukunft vor.

Damit Wasserstoff zum Rückgrat einer klimaneutralen Industrie wird, braucht es jetzt In­vest­itionen in Produktion, Infrastruktur und Importpartnerschaften. Hydrogen Germany setzt sich dafür ein, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diesen Weg gemeinsam gehen. „Wasser­stoff ist bedeutend für die Energiewende und eine klimaneutrale Wirtschaft in Frankfurt/ Rhein-Main. Er ist zum einen natürlicher Partner volatiler erneuerbarer Energien, transport­fähig und speicherbar. Zum anderen kann er in modernen H2-ready-Kraftwerken wie uns­er­em im Bau befindlichen Frankfurter Vorbildkraftwerk zur Wärme- und Stromerzeugung ein­ge­setzt werden. Um dies zu erreichen, müssen wir heute die Grundlagen für eine Wasser­stoff­wirt­schaft von morgen schaffen. Dabei spielt die kommunale Energiewirtschaft eine ent­schei­den­de Rolle, denn für die letzte Meile und die Versorgung der Kunden benötigen wir unsere Verteilnetze“, betont Martin Giehl, Technik-Vorstand der Mainova AG.

Eine Allianz für den schnellen Markthochlauf

Hydrogen Germany vereint führende Unternehmen entlang der gesamten Wert­schöpf­ungs­ket­te, um den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland aktiv zu gestalten. „Mit Hydrogen Germany bündeln wir die Kräfte wichtiger Wasserstoff-Akteure in Deutschland und setzen das klare Signal: Deutschland wird zum Wasserstoffland. Unsere Industrie braucht einen verlässlichen Zugang zu Wasserstoff, um klimaneutral zu produzieren und Arbeits­plätze zu sichern. Wir bei Uniper bringen unsere langjährige Erfahrung in der Gaswirtschaft ein und sehen Wasserstoff als integralen Bestandteil eines langfristigen Transformations­pfads“, erklärt Susanne Thöle, Director Hydrogen bei Uniper.

Mit Hydrogen Germany haben sich wichtige Akteure der Wasserstoffbranche zu­sam­men­ge­schlos­sen – darunter SEFE, Uniper, OGE, ONTRAS, VNG, Energie Schwaben, Energie Südbayern, GASAG, GASCADE, Rh2ein Main Connect und die Stadtwerke Neuss. Unter­stützt wird die Allianz zudem von zahlreichen Branchenverbänden wie BDEW, DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT, DVGW, DWV, figawa, FNB Gas, Hydrogen Europe, H2UB, rbv, VDMA und VIK.

Gemeinsam stehen sie für eine enge sektorübergreifende Zusammenarbeit – von der Pro­duktion über den Transport bis zur Anwendung von Wasserstoff. Hydrogen Germany setzt sich für den zügigen Ausbau der Wasser­stoff­infrastruktur ein, fordert die rasche Um­setzung des Wasser­stoff-Kernnetzes und wirbt für politische Maßnahmen, die Investitionen fördern und be­schleunigen.


Über Hydrogen Germany

Hy­dro­gen Germany ist Deutsch­lands Wirt­schafts­­al­li­anz für sau­be­re Ener­gie und wird ge­tra­gen von füh­ren­den Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­ti­o­nen der ge­sam­ten Wert­schöp­fungs­ket­te der Was­­ser­stoff­wirt­schaft. Ziel der Allianz ist es, die Stärke der Wasserstoffwirtschaft und die Chancen für Deutschland als Wasserstoffland hervorzuheben sowie der Wasserstoff-Wertschöpf­ungs­kette ein Gesicht zu geben. Hydrogen Germany demonstriert Transformations­kraft und bildet eine gemeinsame Plattform, die Vertrauen in das Wasserstoffland Deutschland schafft. Or­ga­ni­siert wird Hydrogen Germany durch die GW Wirtschafts GmbH als Pro­jekt­bü­ro.


Quelle und Vorschaubild: Hydrogen Germany Projektbüro, c/o GW Wirtschafts GmbH

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