Clean Industrial Deal: Zukunftssicherung für die europäische Industrie
von Hubert Hunscheidt

Ziel ist es, Energiepreise zu senken, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen und optimale Bedingungen für Unternehmen zu gewährleisten.
Der Plan umfasst Maßnahmen zur Förderung aller Produktionsstufen mit besonderem Fokus auf:
Energieintensive Branchen wie Stahl, Metalle und Chemikalien, die dringend Unterstützung benötigen, um auf saubere Energie umzustellen, hohe Kosten zu bewältigen und sich gegen unfaire globale Konkurrenz und komplexe Vorschriften zu behaupten.
Den Clean-Tech-Sektor, der im Zentrum der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit steht und essenziell für industrielle Transformation, Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung ist.
Die Kreislaufwirtschaft, die durch Recycling, Wiederverwendung und nachhaltige Produktion Abfälle reduziert und die Lebensdauer von Materialien verlängert. Dies hilft, Europas begrenzte Ressourcen effizient zu nutzen und die Abhängigkeit von Drittländern bei Rohstoffen zu verringern.
Kernpunkte des Clean Industrial Deal
1. Bezahlbare Energie
Erschwingliche Energie ist die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit. Um Energiekosten für Industrie, Unternehmen und Haushalte zu senken und gleichzeitig die Transformation zu einer CO₂-armen Wirtschaft zu fördern, setzt die EU-Kommission auf den Affordable Energy Action Plan, der den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt,
die Elektrifizierung vorantreibt,
den Binnenenergiemarkt durch physische Verbindungen vervollständigt,
Energieeffizienz steigert und die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen reduziert.
2. Förderung sauberer Produkte
Das Industrial Decarbonisation Accelerator Act soll die Nachfrage nach umweltfreundlichen, in der EU hergestellten Produkten steigern. Dazu werden Nachhaltigkeit, Resilienz und „Made in Europe“-Kriterien in öffentliche und private Ausschreibungen integriert.
Die EU-Kommission plant zudem, das Öffentliche Beschaffungswesen bis 2026 zu überarbeiten, um strategische Sektoren gezielt mit europäischen Produkten zu fördern.
3. Finanzierung der sauberen Transformation
Zur Unterstützung der nachhaltigen Produktion in Europa mobilisiert der Clean Industrial Deal über 100 Milliarden Euro. Die EU-Kommission wird:
- einen neuen Clean Industrial Deal Beihilferahmen verabschieden, um Genehmigungen für staatliche Unterstützung bei erneuerbaren Energien und industrieller Dekarbonisierung zu beschleunigen,
- den Innovationsfonds stärken und eine Industrie-Dekarbonisierungsbank vorschlagen, die 100 Milliarden Euro bereitstellen soll,
- eine gezielte Ausschreibung im Rahmen von Horizon Europe zur Förderung von Forschung und Innovation starten,
- die InvestEU-Verordnung ändern, um finanzielle Garantien für Investitionen zu erhöhen – dadurch könnten bis zu 50 Milliarden Euro für saubere Technologien, nachhaltige Mobilität und Abfallreduzierung mobilisiert werden.
4. Kreislaufwirtschaft und Rohstoffversorgung
Kritische Rohstoffe sind essenziell für die europäische Industrie. Um die Versorgung zu sichern und die Abhängigkeit von unsicheren Lieferanten zu reduzieren, wird die EU-Kommission:
- einen Mechanismus einführen, der es europäischen Unternehmen ermöglicht, ihre Nachfrage nach kritischen Rohstoffen zu bündeln,
- ein EU-Zentrum für kritische Rohstoffe gründen, das gemeinsam Rohstoffe für interessierte Unternehmen einkauft, um Skaleneffekte zu erzielen und bessere Preise auszuhandeln,
- 2026 ein Circular Economy Act verabschieden, um den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. Ziel ist es, bis 2030 24 % der verwendeten Materialien kreislauffähig zu machen.
5. Globale Kooperationen für eine stabile Wirtschaft
Die EU ist mehr denn je auf verlässliche globale Partner angewiesen. Zusätzlich zu bestehenden und neuen Handelsabkommen wird die EU-Kommission:
- die ersten Clean Trade and Investment Partnerships starten, um Lieferketten zu diversifizieren und für beide Seiten vorteilhafte Abkommen zu schließen,
- sicherstellen, dass die europäische Industrie wirtschaftlich widerstandsfähig bleibt – durch Handelsverteidigungsmaßnahmen und weitere wirtschaftliche Instrumente,
- den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) vereinfachen und stärken, um einen fairen CO₂-Preis für importierte, emissionsintensive Waren sicherzustellen.
6. Qualifizierte Arbeitskräfte und hochwertige Arbeitsplätze
Der Übergang zur CO₂-armen Wirtschaft erfordert neue Kompetenzen in den Bereichen saubere Technologien, Digitalisierung und Unternehmertum. Die EU-Kommission wird eine Union der Kompetenzen gründen, die in Arbeitskräfte investiert und Qualifikationen entwickelt.
Das Erasmus+ Programm wird mit bis zu 90 Millionen Euro verstärkt, um Bildung und Ausbildung zu verbessern und Fachkräftemangel in Schlüsselbranchen zu beheben.
Übergreifende Maßnahmen für eine wettbewerbsfähige EU
Zusätzlich wird der Clean Industrial Deal auf strukturelle Verbesserungen setzen:
- Bürokratie abbauen
- Das Potenzial des Binnenmarkts voll ausschöpfen
- Qualitätsarbeitsplätze fördern
- Bessere Koordination von EU- und nationalen Maßnahmen
Mit dem Clean Industrial Deal setzt die EU klare Maßnahmen, um ihre Industrie wettbewerbsfähig und nachhaltig zu gestalten – für eine starke, innovative und resiliente Wirtschaft.
Quelle: Europäische Kommission / Foto: Fotolia